Romane

Ludgera Vogt ist mit "Libori Lüge" ein toller Einstieg in das Genre Regional-Krimi gelungen. Der Leser begleitet dabei die Kommissare Aßmann und Gerke durch die "dunkle Seite" von Paderborn und rätselt mit, wenn es um die Auflösung eines kniffeligen Falles geht. Die Pflegerin Lousia begeht einen rätselhaften Selbstmord, beim dem irgendwie nichts zusammenzupassen scheint. Und das soll nicht die einzige unerklärliche Tote bleiben. 

Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, die Geschichte bleibt durchweg spannend und ist dabei aber nicht zu blutrünstig, was mir persönlich gut gefallen hat. Man bekommt erste Einblicke in die Persönlichkeiten der Ermittler und man wünscht sich, dass dies in einem hoffentlich zweiten Teil intensiviert wird.  Mir gefällt diese Art unterhaltsamer Krimis mit regionalem Bezug sehr, begleite ich doch auch schon seit langem Michael Kibler und seine Kommissare durch meine Geburtsstadt Darmstadt ;-)

Das Cover von Libori-Lüge finde ich ebenfalls ansprechend und hochwertig und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.


Manhattan Love Dreams ist das insgesamt dritte Buch, das ich von der Autorin Nathalie C. Kutscher lese und jedesmal bewege ich mich in einem anderen Genre. Dieser Roman ist ein typischer Liebesroman, der aus dem Leben von Charlotte und ihrer Ehe erzählt. Ihr Mann Pat, ein Künstler, und sie selbst, eine angehende Autorin, möchten in New York durchstarten. Doch am Ende gibt sie sich dabei selbst auf und folgt nur noch den Träumen ihres Mannes. Warum das nicht gut gehen kann und welche Wendungen das Schicksal für Charly noch bereit hält, wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Die Geschichte ist leicht zu lesen, flüssig geschrieben und auch bestens als Urlaubslektüre geeignet. Insgesamt ist natürlich alles etwas vorhersehbar und wirklich große Überraschungen bleiben in der Geschichte aus. Aber ich muss sagen, dass mich das jedoch überhaupt nicht gestört hat, denn inhaltlich war es genau das, was ich von einem solchen Titel erwarte. Eine Empfehlung also für Alle, die Liebesromane, etwas Herzschmerz und ein Happy End mögen.


Der Endzwanziger Guntram - Gunni - Blommberg hat ein großes Problem: "Verstehe einer die Frauen!" und nimmt den Leser dabei mit auf eine Reise in seinen Kopf. Hin- und hergerissen zwischen dem coolen Macho, der er in seiner Fantasie sein kann, und der etwas schüchternen ernüchternden Wirklichkeit, kämpft Gunni sich durch den Alltag eines Mannes. Ob er mit seiner etwas verschrobenen Art am Ende auch das Herz von Babsi gewinnen kann, sei an dieser Stelle nochmal offen gelassen. Sicher ist, ohne Verwirrungen geht es nicht.

Beim Lesen besticht  das Buch mit einem, aus heutiger Sicht vielleicht etwas ulkig anmutendem Slang der 80er. Dabei wimmelt es nur so von Phrasen, Sprüchen und Kalauern bis sich einem selbst der Kopf dreht. Vielleicht ist das am Ende  nicht Jedermanns Sache, aber ich persönlich musste gerade deshalb ziemlich oft lachen. Die Art mit der sich Gunni durch die Erzählung quasselt, ist eben einfach mal was anderes. Herrlich schräg und gerade deswegen so sympathisch normal. Ob der Protagonist uns Frauen am Ende wirklich hilft, die Gedankenwelt der Männer besser zuverstehen, lasse ich mal dahingestellt. Garantiert ist aber ein ziemlich detaillierter Einblick in das, was uns sonst verborgen bleibt ;-)


Mit dem Buch von Mad Köninger habe ich mich als Leserin mal an ein ganz neues Genre gewagt. Der Autor schreibt in „Ich bin dann mal was Blödes tun“ aus seinem eigenen Leben und hat das Alles in eine Art Tagebuch gesteckt. Es soll dabei primär um seine Erfahrungen in einer Klinik gehen, in der er sich Hilfe bei seiner ADHS-Diagnose erhofft. Außerdem beschreibt er auf seine ganz eigene Art seine Sichtweise auf das Leben und seine Mitmenschen.

Was mir gut gefallen hat: Der Autor hat einen lockeren Erzählstil und ich musste in der Tat an der ein oder anderen Stelle schmunzeln. Es ist eben eine Satire und entsprechend darf man auch nicht alles so ernst nehmen. Mad Köninger beschäftigt sich mit zahlreichen Dingen des Alltags und versucht jede Situation in seinem Leben mit Humor zu meistern. Wahrscheinlich würde es so einigen von uns ebenfalls gut tun, dem Leben an der einen oder anderen Stelle einfach mal lockerer zu begegnen ;-)

Meine Kritikpunkte: Teilweise scheinen die Themen (Klinik, Literatur, Filme, Mitmenschen, Politik etc.) wahllos aneinandergereiht und es ist schwer einen roten Faden zu behalten. Ich hätte mir gewünscht, dass der Fokus mehr auf dem Erkrankungsbild und dem, was in der Klinik passiert ist, gelegen hätte. Denn am Ende bin ich mir nicht sicher, ob ich nun wirklich mehr über ADHS-Patienten weiß.

Vielleicht dient dieser etwas konfuse Schreibstil aber ja gerade dazu, um darzustellen, wie es in einem Menschen mit dieser Diagnose aussieht?! Trotzdem hätte ich auf manche Themen (vor allem politische) verzichten können.

Alles in Allem ist es ein Buch für Leser mit schwarzem Humor, die das Leben mal aus einer völlig anderen Perspektive sehen möchten.


Zum ersten Mal weiß ich nicht, wieviele "Sterne" ich einem Buch geben soll und deshalb lasse ich es ganz einfach. Diese Erzählung zu kategorisieren ist nicht einfach und es ist auch kein Buch, das man mal "eben so" auf die Schnelle liest. Man muss sich wirklich darauf einlassen. Der Schreibstil der Autorin bzw. wie die Dialoge geführt werden, ist dabei absolut kein Mainstream und erinnert mich irgendwie an eine spezielle Art französischer Filme. Deshalb ist es wahrscheinlich auch kein Zufall, dass sich die Protagonisten in Frankreich befinden. Und so kommen wir auch kurz zum Inhalt des Buches.

Im Haus von Luzia trifft sich eine Gruppe von Freunden, um einen Film abzudrehen. Dabei werden die zum Teil erschütternden Erlebnisse aus der Kindheit der Akteure zu Tage gefördert und am Ende gipfelt alles in einem absoluten Drama, das keiner der Freunde erwartet hätte.

Die Art und Weise, wie die Betroffenen über diese Erlebnisse erzählen, ist teils traurig, abstoßend und mitreißend zugleich. Nicht immer konnte ich nachvollziehen, wie die Freunde miteinander umgegangen sind und warum sie ihr Erlebtes so dargestellt haben, wie sie es getan haben. Aber wahrscheinlich hat jeder Mensch eben seinen ganz eigenen Weg mit Traumen umzugehen und das wird durch diese Erzählung sehr deutlich.

Das Buch ist ganz sicher nichts für schwache Nerven. Es ist ungewöhnlich und man kommt viel zum Nachdenken. Vor allem Liebhaber von französischem Kino und Literatur werden mit diesem Titel sicher nicht fehlgehen.


In diesem Buch geht es um Angie, die, wie alle Frauen ihrer Familie, eine besondere Gabe besitzt. Dass sie diese Gabe hat, lernt sie jedoch erst jetzt, nachdem sie ein bestimmtes Alter erreicht hat. So erfährt sie auch, dass sie Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann und muss auch gleich eine erste Prüfung bestehen. Dabei sind nicht unbedingt nur die Geister das Problem, sondern vielmehr auch die Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten und nicht immer ist alles so, wie es scheint.

Man spürt deutlich die Begeisterung der Autorin Angela Zimmermann (ist die der Name der Protagonisten wohl Zufall?) für paranormale Begebenheiten. Sie schreibt mit viel Liebe zum Detail und es wird klar, dass sie sich mit der Thematik des Buches sicher selbst schon auseinandergesetzt hat. Das Buch lässt sich insgesamt gut lesen und ist meiner Meinung nach auch schon für jüngere Leser ab ca. 15/16 Jahren gut geeignet. Die Protagonistin Angie verliert sich für mich jedoch teilweise zu sehr in ihrer Gedankenwelt, die auch manchmal sehr sprunghaft ist. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Mit den anderen Personen der Geschichte ist es dagegen teilweise schwierig überhaupt "warm zu werden", da der Charakter bei einigen einfach zu schnell extrem wechselt ohne, dass man diese Entwicklung als Leser wirklich nachvollziehen kann. Ich denke hier steckt noch einiges Potenzial im Thema, um den Leser dabei mehr abzuholen.  Insgesamt jedoch ein guter Auftakt in eine Trilogie, dem ich von Herzen gerne 4 von 5 Sternen geben möchte.