Romane

Zum ersten Mal weiß ich nicht, wieviele "Sterne" ich einem Buch geben soll und deshalb lasse ich es ganz einfach. Diese Erzählung zu kategorisieren ist nicht einfach und es ist auch kein Buch, das man mal "eben so" auf die Schnelle liest. Man muss sich wirklich darauf einlassen. Der Schreibstil der Autorin bzw. wie die Dialoge geführt werden, ist dabei absolut kein Mainstream und erinnert mich irgendwie an eine spezielle Art französischer Filme. Deshalb ist es wahrscheinlich auch kein Zufall, dass sich die Protagonisten in Frankreich befinden. Und so kommen wir auch kurz zum Inhalt des Buches.

Im Haus von Luzia trifft sich eine Gruppe von Freunden, um einen Film abzudrehen. Dabei werden die zum Teil erschütternden Erlebnisse aus der Kindheit der Akteure zu Tage gefördert und am Ende gipfelt alles in einem absoluten Drama, das keiner der Freunde erwartet hätte.

Die Art und Weise, wie die Betroffenen über diese Erlebnisse erzählen, ist teils traurig, abstoßend und mitreißend zugleich. Nicht immer konnte ich nachvollziehen, wie die Freunde miteinander umgegangen sind und warum sie ihr Erlebtes so dargestellt haben, wie sie es getan haben. Aber wahrscheinlich hat jeder Mensch eben seinen ganz eigenen Weg mit Traumen umzugehen und das wird durch diese Erzählung sehr deutlich.

Das Buch ist ganz sicher nichts für schwache Nerven. Es ist ungewöhnlich und man kommt viel zum Nachdenken. Vor allem Liebhaber von französischem Kino und Literatur werden mit diesem Titel sicher nicht fehlgehen.


In diesem Buch geht es um Angie, die, wie alle Frauen ihrer Familie, eine besondere Gabe besitzt. Dass sie diese Gabe hat, lernt sie jedoch erst jetzt, nachdem sie ein bestimmtes Alter erreicht hat. So erfährt sie auch, dass sie Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann und muss auch gleich eine erste Prüfung bestehen. Dabei sind nicht unbedingt nur die Geister das Problem, sondern vielmehr auch die Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten und nicht immer ist alles so, wie es scheint.

Man spürt deutlich die Begeisterung der Autorin Angela Zimmermann (ist die der Name der Protagonisten wohl Zufall?) für paranormale Begebenheiten. Sie schreibt mit viel Liebe zum Detail und es wird klar, dass sie sich mit der Thematik des Buches sicher selbst schon auseinandergesetzt hat. Das Buch lässt sich insgesamt gut lesen und ist meiner Meinung nach auch schon für jüngere Leser ab ca. 15/16 Jahren gut geeignet. Die Protagonistin Angie verliert sich für mich jedoch teilweise zu sehr in ihrer Gedankenwelt, die auch manchmal sehr sprunghaft ist. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Mit den anderen Personen der Geschichte ist es dagegen teilweise schwierig überhaupt "warm zu werden", da der Charakter bei einigen einfach zu schnell extrem wechselt ohne, dass man diese Entwicklung als Leser wirklich nachvollziehen kann. Ich denke hier steckt noch einiges Potenzial im Thema, um den Leser dabei mehr abzuholen.  Insgesamt jedoch ein guter Auftakt in eine Trilogie, dem ich von Herzen gerne 4 von 5 Sternen geben möchte.


Dieser Roman erzählt die Geschichte der im Jahre 1900 in Boston geborenen Claire Sawyer. Sie ist das einzige Mädchen unter Brüdern und wächst von der Mutter wohlbehütet auf. Als ihre Schwägerin Michelle in die Familie kommt, merkt sie zum ersten Mal, dass Frauen nicht unattraktiv auf sie wirken. Von Michelle lernt sie zudem, dass Frauen sich nicht nur zum Wohle der Familie aufopfern müssen, sondern eigenständige und emanzipierte Leben führen können. Michelle ist ebenfalls der Stein des Anstoßes, damit Claires Talent, die Malerei, durch ein Studium in New York gefördert wird. In NY lernt Claire dann die abenteuerlustige Studienkollegin Jo kennen, zu der sie sich vom ersten Moment an hingezogen fühlt.

Die Erzählung von Nathalie C. Kutscher ist eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert und lässt sich zügig und flüssig lesen. Es wird an keiner Stelle langweilig und man ist immer gespannt, wie es mit der Protagonistin weitergeht. Die erste Hälfte des Buches beschreibt dabei noch relativ detailliert die Jugendzeit von Claire, ihr Studium und die Beziehung zu Jo. Dann geht es plözlich recht schnell durch das restliche Leben der Protagonistin, die übrigens aus der Ich-Perspektive erzählt, und man hätte sich öfter mal gewünscht, an der ein oder anderen Stelle wieder ausführlichere Passagen zu haben. Frau Kutscher greift in ihrem Roman auch viele interessante und wichtige Themen auf, wie z.B. die Frauenbewegung, gleichgeschlechtliche Liebe, Rassenkonflikte, die Mafia und den Krieg. Leider bleiben diese Themen jedoch immer nur am Rand und ich persönlich wäre gerne  an der ein oder anderen Stelle noch mehr eingetaucht.


Wer bei diesem Buch einfach nur eine seichte Liebesgeschichte erwartet, der wird sich irren. Vielmehr würde ich diesen Roman als einen Mix aus Lovestory, Thriller und Drama beschreiben.

Vor mehr als elf Jahren verschwand die damalige Freundin von Michael ganz plötzlich nach ihrer Abiturfeier und galt schon als Tod, da jegliche Spur von ihr fehlte. Michael, der sich mit schuldig fühlt, dass Ulla überhaupt verschwinden konnte, gab die Hoffnung jedoch nie auf, sie irgendwann wiederzufinden. Als ein Privatdetektiv plötzlich herausfindet, dass Ulla unter dem Namen Simone in einer Klinik auf Sylt lebt, gibt es für Michael kein Halten mehr. Das einzige Problem: Ulla bzw. Simone erinnert sich an nichts und niemanden und alle Zeichen deuten darauf hin, dass Ihr etwas Schreckliches zugestoßen sein muss.

Der Schreibstil der Autorin fesselt sofort und man verschlingt die Seiten regelrecht um mitzuerleben, wie das Puzzle Stück für Stück zusammengefügt wird und am Ende eine erschütternde Wahrheit zu Tage bringt. Dabei sollte erwähnt werden, dass sich Lotte R. Wöss hier auch einem sehr sensiblen Thema angenommen hat, welches der Leser vielleicht nicht unbedingt erwartet hat. Das Gedankenkarussell der Protagonistin ist dabei nicht immer einfach nachzuvollziehen, spiegelt aber wahrscheinlich genau das Chaos wider, in dem sich Opfer nach solchen Erlebnissen befinden.


The Beginning of Everything handelt von dem Teenager Ezra, einem erfolgreichem Tennisspieler in einem Schulteam , der natürlich auch zur angesagtesten Clique der Schule gehört. Auch eine Freundin fehlt natürlich nicht.   Bis..., ja bis ein Unfall alles verändert und er seine sogenannten Freunde von einer ganz anderen Seite kennenlernt. Ezra muss sich im Leben neu orientieren und findet so zu seinem besten Freund aus Kindertagen zurück und tritt ins Debattier-Team  der Schule ein.  So lernt er auch die neue Mitschülerin Cassidy kennen, die ihn von Anfang an fasziniert. Doch auch Cassidy hat eine Vergangenheit und schleppt ein tragisches Geheimnis mit sich herum. Haben die Beiden trotzdem eine Chance oder hat nicht jede Geschichte ein Happy End? Diese Frage möchte ich hier noch offen lassen.

Der Schreibstil von Robyn Schneider erinnert ein bisschen an John Green und ähnliche Autoren und ist ein typsicher "Coming of Age" Roman, der mir insgesamt wirklich gut gefallen hat. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht ganz so mitgerissen, wie andere es schon andere Bücher getan haben. So komme ich auf sehr gute 4 Sterne für diesen romantischen, poetischen, lustigen und manchmal auch tragischen Buchtitel.


Lost in Texas erzählt von den Schicksalen zweier Menschen, die sich durch Zufall (oder vielleicht auch nicht) in dem kleinen Ort Chappel Hill in Texas begegnen. Beide haben einen schweren Verlust erlebt und mussten bzw. müssen lernen, das Leben trotzdem weiter zu bewältigen. Nicht von Anfang an finden die beiden Protagonisten Josy und Dave einen Draht zueinander, da ihre Charaktere doch so ganz unterschiedlich erscheinen. Trotzdem ist da diese besondere Anziehungskraft zwischen ihnen und ich lasse die Frage offen, ob die beiden am Ende zueinanderfinden werden ;-)

 

Das Buch ist in einem lockeren Schreibstil verfasst und lässt sich unkompliziert und schnell lesen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Josy und Dave hin und her. Dabei wiederholen sich Dinge zeitweise jedoch, was ich persönlich nicht gebraucht hätte. In das ländliche Texas konnte ich mich anhand der Beschreibungen gut reinfühlen, da Texas auch zufällig  meine zweite Heimat ist. Alles in allem eine Liebesgeschichte mit vielen Zutaten von Drama über Romantik bis hin zu einem Schuss Erotik, die auch die perfekte Urlaubslektüre sein kann. Dazu ein ansprechendes gewähltes Cover.

Eine klare Lesempfehlung, die ich persönlich mit 4 bis 4,5 von 5 Sternen bewerten möchte.